Pleiten und Pannen

Pleiten und Pannen

 

Manchmal sind es Kleinigkeiten, aber wenn man nicht daran denkt, können diese Kleinigkeiten große Auswirkungen haben.

Hier einige Beispiele aus der Praxis, die den jeweils Betroffenen SO garantiert nie wieder passieren...

Energienotstand in Braunlage (2004)

 

Da hat der Inhaber einer Gaststätte wirklich mal an (fast) alles gedacht: Bierzelte, Grillstände, Bühne, das Ordnungsamt wusste auch Bescheid, die Nachbarn waren informiert und einverstanden, und auch das Wetter spielte mit.

Dann kann ja der Auftritt dieser tollen Band mit der riesigen Anlage starten....

...ja, wenn die nicht plötzlich kurz nach dem Aufbau mit so einem komischen runden, roten Stecker ankamen und die Steckdose suchten...

Für Ihre PA brauchten diese Musiker leider Starkstrom, den allerdings gabs in dieser Gaststätte nicht. Der nächste Anschluss war fast 100 Meter entfernt - auf der anderen Straßenseite.Verlängerungskabel in dieser Größe (und vor allem über die Straße) konnten nicht gelegt werden.

Fazit: Ein zugelassener Elektriker (natürlich Notdienst) musste an das öffentlichen Stromnetz einen Verteiler anschließen...

Mehrkosten: fast 800,- €, die Band konnte erst mit fast drei Stunden Verspätung starten - da war die Hälfte der Besucher schon wieder weg.

DUMM GELAUFEN...

Der richtige Glaube hilft

 

Diese Geschichte ist schon etwas älter - zu einer Zeit, als es noch kein Internet gab und das Geld noch D-Mark hieß.

Plakate drucken war noch richtig teuer - und dauerte auch um einiges länger als heute.

Die Story ist kurz erzählt: Im Herbst 1981 in Nienburg/Weser plante ein Geschäftsmann eine große Feier für alle Kunden, Geschäftsfreunde und wer sonst noch Lust hatte - in den eigenen Räumen. Früh wurde der Termin festgelegt auf den 09. April 82, Chefs Geburtstag, Preise eingeholt - und Chefchen wollte selbst als DJ wirken - hatte er während des Studiums schließlich auch schon oft gemacht.

Kurz und gut: Die Plakate wurden von einer Agentur gestaltet (teuer!), dann in Druck gegeben (auch teuer) und kamen auch pünktlich wie gewünscht vier Wochen vor der Feier an.

Eine Kleinigkeit hatte Chefchen nur in seinem Eifer übersehen:

Der 09.04.1982 war Karfreitag...

Trau, schau, wem...

 

Der Klassiker: Hier bei einem Event bei Bremen (2010).

Alles hat wieder geklappt, Essen, Trinken, Musik - alles passte.

Doch leider war das alles etwas teurer als eigentlich beabsichtigt.

20.000 Handzettel waren schon gedruckt und sollten eigentlich als Beilage in einer Gratis-Wochenzeitung verteilt werden.

Aber das geht doch billiger... schnell zwei Schüler organisiert, die auch sofort versicherten, mit einigen Freunden alle Handzettel innerhalb von zwei Tagen verteilen zu können. Haben sie auch getan - zumindest in den Häusern und Geschäften, wo der Auftraggeber wohnte bzw. verkehrte. Der Rest landete (immerhin ökologisch korrekt) in der Papiertonne.

Dummerweise war die Flyeraktion die einzige Werbung in dem Jahr.

 

Das Fest war ein totaler Reinfall und hat nie wieder stattgefunden.

Zu viel Energie in Berlin

Es war der wohl einzigartigste Weihnachtsmarkt Deutschland:

Mitten auf dem Potsdamer Platz im Dezember 1990.

Damals ergab sich die einzigartige Chance, an diesem geschichtsträchtigen Ort einen Weihnachtsmarkt abzuhalten.

Die Bauarbeiten hatten noch nicht begonnen, der gesamte Platz war eine riesige Schlammwüste, und der Aufbau an sich war schon eine Herausforderung. Glücklicherweise hatte ich damals einen Lada Niva als Werkstattwagen, der kam da gut mit klar (war ja fast wie Zuhause...)

 

Nicht so gut klar kamen aber gleich einige Standbetreiber mit diesen zugegebenermaßen sehr außergewöhnlichen Bedingungen. Die Stromversorgung klappte zwar (über Generatoren, die weit genug von der eigentlichen Veranstaltungsfläche aufgestellt wurden) - aber nur bis zur Verteilerstation. Haushaltsübliche Verlängerungskabel, ungeschützt zusammengesteckt und auf den Boden gelegt, vertragen sich nun einmal nicht gut mit Nässe und Regen (davon hatten wir die ersten Tage leider genug).

Zwei Tage lang gab es regelmäßig Kurzschlüsse und Stromausfälle, bis auch der Letzte ordnungsgemäß nachgerüstet hatte.

Standardaussage der Beteiligten: "Sonst ging das auch..."

Handeln statt reden...

 

Wenn sich Bezirksspolitiker vornehmen, ein bisher gut laufendes jährliches Wiesenfest in die eigenen Hände zu nehmen, ist das ja eigentlich lobenswert.

Im Jahr 2008 in Braunschweig ist das allerdings schief gegangen.

Ein halbes Jahr lang wurde in der damaligen Stammkneipe (laut Wolfgang Peschke "Braunschweigs schönste Imbissbude") Besprechungen abgehalten, geplant, Musiker, Bühnentechnik und alles was dazu gehört bestellt und geplant, auch das Genehmigungsverfahren lief reibungslos. Nur die Werbung hatte man vergessen. Kein Pressebericht, keine Flyer - nichts da. Unmittelbar vor der Veranstaltung wurden auf die Schnelle einige rasch zusammengebaute Zettel als "Plakat" im Copyshop erstellt. Die Resonanz war entsprechend - die Besucherzahl blieb im unteren zweistelligen (!) Bereich. Eine gebuchte Sängerin wurde auf der Anfahrt zum Veranstaltungsort angerufen und kurzfristig abbestellt.

 

Das Erschreckendste war, dass einige der in den Vorjahren Beteiligten gar nicht so überrascht waren über diesen Reinfall...

Nicht zu verhindern...

 

Braunschweig 2006 - Westliches Ringgebiet

Eine Veranstaltung mit mehreren Künstlern, dabei auch die wunderbare Chris Elaine mit eigenem "Halb-Playback". Durch eine Autopanne Ihres damaligen Bühnenpartners musste sie kurzfristig darauf zurückgreifen, um ihre Show auch allein auf die Bühne zu bringen.

Hier war ich übrigens selbst nicht ganz unschuldig, da ich hier selbst verantwortlich war. Ich hatte Chris vorher schon öfter gebucht, und dabei haben wir auch über alle möglichen technischen Details der vorhandenen Musikanlage gesprochen - nur eben nie über den "Plan B". Jetzt stellte sich heraus, dass ihre Aufnahme auf einem Tonträgerformat gespeichert war, von dem wir alle schon lange nichts mehr gehört hatten.

Glücklicherweise hatten wir noch 15 Minuten bis Ladenschluss und einen fähigen Profibetrieb für Soundanlagen vor Ort. Und der hatte tatsächlich noch 1 (ein!) passendes Gerät auf Lager.

Und weil der nette Verkäufer sein Wochenende um eine halbe Stunde verschob, konnten wir das Gerät noch aus der Innenstadt beschaffen.

Der Auftritt begann auf die Minute pünktlich, keiner der Gäste hat was bemerkt.

MANCHMAL BRAUCHT MAN AUCH GLÜCK!

NIX ZU MACHEN...

 

Und manchmal nützt auch die beste Planung nichts: Wenn alles organisiert ist, zwei Wochen vorher im April die Sonne scheint wie nie und die Temperaturen Richtung Sommer deuten, wagt man schon einmal eine kleine Außenveranstaltung (für den STL e.V.). Dieser Tag allerdings (05. Mai) war, wie man später hörte, der kälteste Maitag seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.

Die wenigen Gäste und die Musiker (Gitarre und Gesang) haben aber heldenhaft durchgehalten - trotz Erfrierungen an den Fingern. Dafür noch heute Danke an das Akustik-Duo Colorful - das sind echte Profis!

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