TEXTGESTALTUNG

Textgestaltung

Grundsätzliches

 

Es lassen sich grob zwei Faktoren für die Lesbarkeit von Texten unterscheiden: die optische Darstellung und die inhaltliche Gestaltung. Lesbarkeit ist eine Frage des Inhalts, während die Leserlichkeit eher mit der äußerlichen Textgestaltung zu tun hat. Wie beim Menschen auch ist das Äußerliche oft entscheidend dafür, ob den Nutzer die inneren Werte interessieren.

 

Optische Darstellung

 

Typografie für digitale Texte beschäftigt sich unter typografischen Gesichtspunkten mit der Umsetzung menschlicher Sprache in eine Kette digital kodierter Schriftzeichen.

 

Typografie bezweckt, Texte lesbar und verständlich (orthografisch) sowie optisch ansprechend (kalligrafisch) zu präsentieren. Hierfür haben sich typografische Regeln herausgebildet. Sie sind ähnlich Rechtschreibregeln eine Konvention, deren Einhaltung das Lesen erleichtern soll.

 

Die Typografie für elektronisch gespeicherte Texte übernimmt zunächst alle gewohnten Regeln der klassischen „Papiertypografie“. Abweichende technische Bedingungen der Darstellungsmedien machen jedoch Anpassungen notwendig.

 

Auch in der klassischen Typografie wird die Anwendung von Regeln dem Medium angepasst: Roman, Plakat, Tageszeitung, Gedichtband, Speisekarte usw. unterliegen jeweils eigenen Notwendigkeiten.

 

Genauso müssen bei digitalen Texten technische Rahmenbedingungen, die Art des Textes, die Zielgruppe, der mögliche Aufwand in ein angemessenes Verhältnis gebracht werden. Juristische Schriftsätze, naturwissenschaftliche Werke folgen eigenen Gesetzmäßigkeiten; für einen Fließtext gültige Prinzipien unterscheiden sich von denen für eine Tabelle oder ein Gedicht.

 

Die DIN 5008 benennt „… Regeln für die Textverarbeitung“ und zielt auf Bürokommunikation ab. Sie sind im Duden (Band 1, Rechtschreibung) im Wesentlichen wiedergegeben.

 

Es soll geschäftliche Alltagskorrespondenz mit möglichst geringem Aufwand und trotzdem ansprechendem Erscheinungsbild hergestellt werden. Aus diesem Grund sind typografische Regeln angemessen vereinfacht worden (Beispiel: Ganzes Leerzeichen statt Schmales Leerzeichen). Das bedeutet jedoch nicht, dass nun die DIN 5008 einen gesetzlichen Vorrang vor weiter gehenden Gestaltungsregeln hätte. Vielmehr beschreibt sie einen Mindeststandard für eine ansprechende Gestaltung, kann aber Verfeinerungen nicht entgegenstehen.

 

In Einzelfällen kann allerdings auch die absichtliche Nichtbeachtung der geltenden Regeln von Vorteil sein. Speziell in der Werbung ist das erste Ziel, Aufmerksamkeit zu erreichen und Interesse zu wecken. Ein geschickt gesetzter Stilbruch kann hier als Eyecatcher dienen und somit dazu beitragen, den ureigensten Zweck der Werbebotschaft zu erfüllen.

Inhaltliche Gestaltung

 

Für die inhaltliche Textgestaltung gelten je nach Art und Verwendungszweck verschiedene Regeln, wie Sie den nachfolgenden drei Beispielen entnehmen können.

 

Selbstverständlich ist diese Übersicht nicht vollständig, sie soll nur die unterschiedliche Herangehensweise für verschiedene Verwendungen verdeutlichen.

 

Werbung

 

Für die Gestaltung von Werbung (auch textlich!) gilt das AIDA-Modell (Varianten: AIDAS oder AIDCAS) als Vorgabe für die Gestaltung.

 

Das Akronym AIDA setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Phasen zusammen:

 

Attention - Die Aufmerksamkeit des Kunden wird angeregt.

Interest - Er interessiert sich für das Produkt.

Das Interesse des Kunden wird erregt.

Desire - Der Wunsch nach dem Produkt wird geweckt.

Der Besitzwunsch wird ausgelöst.

Action - Der Kunde kauft (im Idealfall) das Produkt oder

ordert die angebotene Dienstleistung.

 

Redaktionelle Artikel

 

Hier sind die Grenzen mittlerweile - abhängig vom Medium, in denen der Artikel veröffentlicht wird - fließend, allerdings sollte sich ein als redaktionell gekennzeichneter Artikel auch heute noch dadurch auszeichnen, dass er sachlich, kompetent, neutral (eigene Meinungen des Autors sollten als solche erkennbar sein) und informativ für den Leser ist.

 

Aber auch hier finden Grundzüge des AIDA-Modells Anwendung: Mit der Überschrift soll Interesse (Neugier) geweckt werden, der Lesefluss sollte für die jeweilige Zielgruppe verständlich sein und (wie bei Büchern auch) einen gewissen "Spannungsbogen" enthalten, der den Leser veranlasst, den Artikel bis zum Ende zu lesen.

 

Datenblätter / Bedienungsanleitungen

 

Hier sind Sachlichkeit und Verständlichkeit das oberste Prinzip. Zum einfacheren Verständnis verden oft Symbole, einfache Zeichnungen oder Piktogramme verwendet. Maßgeblich ist auch hier die jeweilige Zielgruppe. Gegebenenfalls sind hier natürlich auch gesetzliche Vorgaben zu beachten.